Das Database Availablity Group Konzept wird hier am praktischen Beispiel dargestellt.
Es kann als Vorlage für Administratoren dienen, die in einer virtuellen Umgebung Exchange erst einmal "testen" müssen. Ich verwende MS Hyper-V virtuelle Maschinen, um die Datenbank-Verfügbarkeit in Exchange Version 2010 RC zu demonstrieren.
Das Szenario
Voraussetzungen
- Keine Einschränkungen der Kommunikation der beteiligten 4 Server durch die Windows Firewall
- Exchange ist auf allen Servern installiert, so wie im Topologiebild beschrieben.
- Im Beispiel sind alle Server im gleichen Netzwerk-Segment
Schritt 1: Einrichten einer DAG
Ich führe die Schritte zur Konfiguration einer Database Availability Group (DAG) alle vom Server Exchange10 aus.
- Erforderlich ist der Name der DAG (z.B. DAG1)
- der UNC-Pfad des File Share Witness (z.B. \\HUBServer\FWS)
- und der Verzeichnisort des FSW (z.B. c:\FSWFolder)
Exchange legt die Freigabe und das Verzeichnis auf dem entsprechenden Zielserver automatisch an. Microsoft empfiehlt für den FSW auf einem Hub-Transportserver zu platzieren.
Beispiel:
New-DatabaseAvailabilityGroup -Name DAG01 -WitnessServer E10Third -WitnessDirectory c:\FSWFolder -DatabaseAvailabilityGroupIPAddresses 10.10.10.135
Damit wird im Active Directory ein Computerobjekt erzeugt.
Anschließend wird der erste Knoten hinzugefügt:
Add-DatabaseAvailabilityGroupServer -identity DAG01 -MailboxServer Exchange10
Dadurch wird dann automatisch die Windows Failover-Cluster Komponente auf diesem Server installiert.
Hinweis: In der MMC Failover Cluster Management kann man sich das Ergebnis aus Sicht des Windows Clusters ansehen.
Danach füge ich den zweiten Knoten hinzu:
Add-DatabaseAvailabilityGroupServer -identity DAG01 -MailboxServer E10Second
Dadurch wird dann auch auf diesem Server automatisch die Windows Failover-Cluster Komponente installiert.
Hinweis: Durch diesen letzten Vorgang wird auch der File Witness Share erzeugt.
Die Core Ressourcen im Cluster-Managment:
Die Ansicht im EMC:
Exkurs: Entfernen eines Servers in der DAG
Im Beispiel entferne ich den zweiten Server und anschließend den ersten wieder aus der Gruppe. Dabei werden auch automatisch die Bezüge zu den Netzwerke-IPs entfernt.
Remove-DatabaseAvailabilityGroupServer -Identity DAG1 -MailboxServer E10Second
Remove-DatabaseAvailabilityGroupServer -Identity DAG1 -MailboxServer Exchange10
Mit dem Entfernen der DAG
Remove-DatabaseAvailabilityGroup -Identity DAG1
wurden bei mir allerdings nicht das Computerobjekt im AD sowie das FSWFolder entfernt. Das habe ich dann manuell erledigt.
Schritt 2: Datenbank-Kopien
Im weiteren Schritt konfiguriere ich die Datenbank A01 so, dass eine continous replication auf den zweiten Exchange Server gemacht wird. Mit dem Wert 2 für preference number wird ausgesagt, dass diese Kopie zur Zeit nicht die aktive ist, sondern bei 2 Kopien im Fehlerfall die 2. Präferenz besitzt. Durch Nichtangabe der anderen Parameter Replay lag time und truncation lag time bleiben diese auf dem Standardwert 0.
Add-MailboxDatabaseCopy -Identity "Mailbox Database A01" -MailboxServer E10Second -ActivationPreference 2
Das Seeding (erste Vollkopie) wird dabei sofort durchgeführt:
Schritt 3: Testen der Verfügbarkeit
Zugriff mit Outlook Web App
- TestUser01 wird angelegt mit Mailbox auf Store A01
Zugriff vom DC aus über: https://E10Third/owa
- TestUser02 wird angelegt mit Mailbox auf Store B01
Zugriff vom DC aus über: https://E10Third/owa
- TestUser01 sendet mit Outlook Web App eine Email an TestUser02
- Store A01 auf dem Serve Exchange10 wird offline genommen
- TestUser02 beantwortet diese Email
- TestUser01 beantwortet die Email von TestUser02
- Store A01 auf dem Server Exchange10 wird online genommen
- TestUser02 beantwortet die letzte Email von TestUser01
Klappt prima!
